Abschreibung und GWG in der EÜR: Das gilt für Anschaffungen

Wirtschaftsgüter, die du länger als ein Jahr im Betrieb nutzt, verteilst du als Absetzung für Abnutzung (AfA) auf die Nutzungsdauer (§ 7 Abs. 1 EStG). Eine Ausnahme sind geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG): Liegen die Anschaffungskosten ohne Vorsteuer bei höchstens 800 Euro, kannst du sie im Jahr der Anschaffung in voller Höhe als Betriebsausgabe abziehen (§ 6 Abs. 2 EStG). In der Anlage EÜR stehen beide in den Zeilen 31 bis 38 (Anleitung zur EÜR 2025).

Zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • GWG: bis 800 Euro, vermindert um einen enthaltenen Vorsteuerbetrag; Sofortabzug im Jahr der Anschaffung.
  • Sammelposten: Alternative für Wirtschaftsgüter von mehr als 250 bis 1.000 Euro, aufgelöst mit je einem Fünftel über fünf Jahre.
  • Darüber: Verteilung über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer (AfA).
  • Computer und Software: Nutzungsdauer von einem Jahr kann angenommen werden.
  • Verzeichnis: GWG über 250 Euro und Anlagegüter gehören in laufend geführte Verzeichnisse.
  • Zeilen: GWG Zeile 36, Sammelposten Zeile 37, AfA Zeilen 31 bis 35, Restbuchwert Zeile 38.

Was ist ein GWG?

Ein GWG ist ein abnutzbares, bewegliches Wirtschaftsgut des Anlagevermögens, das einer selbständigen Nutzung fähig ist. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag, dürfen für das einzelne Wirtschaftsgut 800 Euro nicht übersteigen. Dann kannst du sie im Wirtschaftsjahr der Anschaffung in voller Höhe als Betriebsausgabe abziehen (§ 6 Abs. 2 Satz 1 EStG).

Selbständig nutzungsfähig ist ein Wirtschaftsgut nicht, wenn es nach seiner betrieblichen Zweckbestimmung nur zusammen mit anderen Wirtschaftsgütern genutzt werden kann und technisch auf sie abgestimmt ist (§ 6 Abs. 2 Satz 2 EStG).

Beispiel: Ein Bürostuhl kostet netto 640 Euro, zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer also 761,60 Euro brutto. Die Grenze von 800 Euro gilt für den Betrag ohne Vorsteuer; der Stuhl ist ein GWG und im Jahr der Anschaffung voll abziehbar.

GWG oder Sammelposten: Was ist günstiger?

Für Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von mehr als 250 Euro, aber nicht mehr als 1.000 Euro, kannst du statt des GWG-Abzugs einen Sammelposten bilden. Er wird im Jahr der Bildung und den folgenden vier Jahren mit jeweils einem Fünftel gewinnmindernd aufgelöst (§ 6 Abs. 2a EStG). Das Wahlrecht gilt einheitlich für alle in einem Wirtschaftsjahr angeschafften Wirtschaftsgüter: Entscheidest du dich für den Sammelposten, kannst du im selben Jahr nur Wirtschaftsgüter bis 250 Euro als GWG abziehen, und bei Anschaffungskosten über 1.000 Euro verteilst du die Kosten über die Nutzungsdauer.

Beispiel: Du kaufst im Jahr drei Wirtschaftsgüter für netto 400, 600 und 900 Euro, zusammen 1.900 Euro. Mit Sammelposten löst du jährlich 380 Euro auf (1.900 geteilt durch 5), fünf Jahre lang. Ohne Sammelposten sind die Wirtschaftsgüter für 400 und 600 Euro GWG und sofort abziehbar; das für 900 Euro liegt über 800 Euro und wird über seine Nutzungsdauer abgeschrieben. Was für dich günstiger ist, hängt von deinem Gewinn ab; entscheidest du dich für den Sammelposten, gilt das für alle Wirtschaftsgüter des Jahres.

Wie funktioniert die Abschreibung?

Bei Wirtschaftsgütern, die sich erfahrungsgemäß länger als ein Jahr nutzen lassen, setzt du jedes Jahr den Teil der Anschaffungskosten ab, der bei gleichmäßiger Verteilung auf die Nutzungsdauer auf ein Jahr entfällt (§ 7 Abs. 1 Satz 1 EStG). Im Jahr der Anschaffung vermindert sich der Jahresbetrag um ein Zwölftel für jeden vollen Monat, der dem Monat der Anschaffung vorangeht (§ 7 Abs. 1 Satz 4 EStG).

Beispiel (die Nutzungsdauer ist hier nur angenommen): Du kaufst im Juli eine Maschine für netto 6.000 Euro mit einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von 10 Jahren. Der Jahresbetrag ist 600 Euro. Im ersten Jahr gehen sechs volle Monate (Januar bis Juni) voraus, also setzt du 600 × 6/12 = 300 Euro ab; danach jährlich 600 Euro. Welche Nutzungsdauer für dein Wirtschaftsgut passt, entnimmst du den amtlichen AfA-Tabellen.

Computer und Software

Für Computerhardware einschließlich Peripheriegeräten und für Betriebs- und Anwendersoftware zur Dateneingabe und -verarbeitung kann nach der Anleitung zur EÜR eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von einem Jahr angenommen werden. Die Anschaffungskosten können dann im Jahr der Anschaffung vollständig abgezogen werden. Du musst sie trotzdem in der Anlage AVEÜR erfassen.

Welche Verzeichnisse musst du führen?

Anlagegüter gehören mit Anschaffungsdatum, Anschaffungskosten und den vorgenommenen Abschreibungen in besondere, laufend zu führende Verzeichnisse (§ 4 Abs. 3 Satz 5 EStG). GWG, deren Wert 250 Euro übersteigt, gehören nach § 6 Abs. 2 Satz 4 EStG ebenfalls in ein besonderes, laufend zu führendes Verzeichnis; es genügt, wenn die Angaben aus der Buchführung ersichtlich sind. In der Anlage AVEÜR werden GWG nicht eingetragen.

Wohin in der Anlage EÜR?

WasZeile
AfA auf unbewegliche, immaterielle und bewegliche Wirtschaftsgüter (bewegliche wie Maschinen und Fahrzeuge in Zeile 33)31 bis 33
Sonderabschreibungen nach § 7g EStG34
Herabsetzungsbeträge nach § 7g Abs. 2 EStG35
Aufwendungen für GWG (§ 6 Abs. 2 EStG)36
Auflösung eines Sammelpostens (§ 6 Abs. 2a EStG)37
Restbuchwert ausgeschiedener Anlagegüter38

Scheidet ein Wirtschaftsgut zum Beispiel durch Verkauf, Entnahme oder Verschrottung aus, berücksichtigst du den Restbuchwert in Zeile 38 als Betriebsausgabe; das gilt nicht für Wirtschaftsgüter des Sammelpostens. Den Erlös aus dem Verkauf erfasst du als Betriebseinnahme (Zeile 19).

Häufige Fehler

  • Die 800-Euro-Grenze auf den Bruttopreis anwenden. Maßgeblich ist der Betrag vermindert um einen enthaltenen Vorsteuerbetrag.
  • Sammelposten und GWG mischen. Das Wahlrecht gilt einheitlich für alle Wirtschaftsgüter des Jahres.
  • Das Verzeichnis vergessen. GWG über 250 Euro und Anlagegüter müssen laufend verzeichnet werden.
  • Den Monat der Anschaffung ignorieren. Im ersten Jahr wird der Jahresbetrag zeitanteilig gekürzt.
  • Verkauf ohne Restbuchwert. Beim Ausscheiden eines Anlageguts gehört der Restbuchwert in Zeile 38.
  • Nutzungsdauer raten. Die Nutzungsdauer folgt den amtlichen Angaben, nicht dem Gefühl.

So geht's mit VAT GPT

VAT GPT liest hochgeladene Rechnungen und Belege per KI aus und ordnet sie Kategorien zu. In der EÜR-Übersicht gibt es die Ausgabenzeilen „Geringwertige Anschaffungen (unter 800 €)“ und „Abschreibung teurer Anschaffungen (über 800 €)“. In der EÜR erfasst du auch Anlagevermögen und Abschreibungen. Du prüfst und bestätigst die Werte; das Senden an das Finanzamt läuft mit VAT GPT Pro über ELSTER.

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Was VAT GPT nicht macht

  • VAT GPT ist keine Steuerberatung – etwa bei der Frage, welche Nutzungsdauer für ein Wirtschaftsgut gilt.
  • VAT GPT erstellt keine Körperschaftsteuererklärung (zum Beispiel für eine GmbH oder UG).

Was kostet VAT GPT?

Free (Grundfunktionen, kostenlos), Go (30 Tage kostenlos mit allen Pro-Funktionen), Pro 49 € pro Monat oder 444 € pro Jahr, jeweils inkl. MwSt.

Häufige Fragen

Bis wie viel Euro ist ein GWG sofort abziehbar? Bis 800 Euro, vermindert um einen enthaltenen Vorsteuerbetrag (§ 6 Abs. 2 EStG).

Was ist ein Sammelposten? Eine Alternative für Wirtschaftsgüter von mehr als 250 bis 1.000 Euro, die über fünf Jahre mit je einem Fünftel aufgelöst wird (§ 6 Abs. 2a EStG).

Wie schreibe ich einen Laptop ab? Für Computerhardware und Software kann eine Nutzungsdauer von einem Jahr angenommen werden; die Kosten sind dann im Anschaffungsjahr abziehbar.

Muss ich ein Verzeichnis führen? Ja, für Anlagegüter und für GWG über 250 Euro.

In welcher Zeile stehen GWG? In Zeile 36; die Auflösung eines Sammelpostens in Zeile 37.

Was passiert beim Verkauf eines Anlageguts? Der Restbuchwert ist Betriebsausgabe in Zeile 38; der Erlös ist Betriebseinnahme.

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Quellen