Betriebsausgaben in der EÜR: Liste mit den Zeilen der Anlage EÜR

Betriebsausgaben sind die Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind (§ 4 Abs. 4 EStG). In der Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) trägst du sie in den Zeilen 24 bis 75 der Anlage EÜR ein, geordnet nach Art der Kosten. Diese Liste zeigt die wichtigsten Gruppen mit der passenden Zeile (Anleitung zur EÜR 2025; in anderen Jahren können sich Zeilennummern ändern) und nennt die Grenzen bei Geschenken, Bewirtung, Reisen, Arbeitszimmer und Fahrzeug.

Zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Grundregel: Betriebsausgaben sind betrieblich veranlasste Aufwendungen (§ 4 Abs. 4 EStG).
  • Zeitpunkt: grundsätzlich, wenn du zahlst (Abfluss).
  • Netto oder brutto: Regelbesteuerer tragen den Nettobetrag ein und die Vorsteuer in Zeile 57; Kleinunternehmer geben den Bruttobetrag an.
  • Gemischte Kosten: Nur der betriebliche Anteil zählt, zum Beispiel beim Telefon.
  • Beschränkt abziehbar: Geschenke, Bewirtung, Verpflegung, Arbeitszimmer stehen in den Zeilen 62 bis 67.
  • Aufzeichnen: Geschenke und Bewirtungen einzeln und getrennt von den übrigen Ausgaben.

Welche Betriebsausgaben gibt es, und in welche Zeile gehören sie?

AusgabeZeile der Anlage EÜR
Waren, Rohstoffe, Hilfsstoffe samt Nebenkosten27
Bezogene Leistungen: Fremdleistungen, Provisionen, freie Mitarbeiter29
Löhne, Gehälter und Versicherungsbeiträge für Arbeitnehmer30
Abschreibung (AfA), geringwertige Wirtschaftsgüter, Restbuchwerte31 bis 38
Miete, Grundstücksaufwendungen (zum Beispiel Grundsteuer, Erhaltung)39 bis 42
Übernachtung und Reisenebenkosten bei Geschäftsreisen44
Schuldzinsen55 und 56
Gezahlte Vorsteuer57
An das Finanzamt gezahlte Umsatzsteuer58
Übrige unbeschränkt abziehbare Betriebsausgaben60
Geschenke62
Bewirtung63
Verpflegungsmehraufwendungen64
Häusliches Arbeitszimmer65
Tagespauschale für die Arbeit zu Hause66
Sonstige beschränkt oder nicht abziehbare Ausgaben67
Fahrzeug- und andere Fahrtkosten68 bis 73

Das ist ein Überblick, kein vollständiges Verzeichnis. Welche Zeile genau passt, hängt vom Einzelfall ab; was in keine der Zeilen 24 bis 59 passt, gehört in Zeile 60.

Netto oder brutto: Was trage ich ein?

Die Betriebsausgaben sind grundsätzlich mit dem Nettobetrag anzusetzen, die abziehbaren Vorsteuerbeträge stehen in Zeile 57. Kleinunternehmer geben den Bruttobetrag an. Auch Aufwendungen, für die der Vorsteuerabzug ausgeschlossen ist, trägst du brutto ein. Wie du Umsatzsteuer und Vorsteuer in der EÜR buchst: EÜR: Umsatzsteuer und Vorsteuer buchen.

Bei gemischten Aufwendungen, etwa Telekommunikationskosten, setzt du ausschließlich den betrieblich veranlassten Anteil an.

Waren, Leistungen, Personal und Abschreibung

Unter Zeile 27 fallen Waren, Rohstoffe und Hilfsstoffe einschließlich der Nebenkosten. Zeile 29 erfasst von Dritten erbrachte Dienstleistungen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Betriebszweck stehen, zum Beispiel Fremdleistungen, Provisionen und Kosten für freie Mitarbeiter. Zeile 30 ist für Gehälter, Löhne und Versicherungsbeiträge deiner Arbeitnehmer.

Anschaffungen mit höheren Preisen verteilst du als Abschreibung über die Nutzungsdauer; geringwertige Wirtschaftsgüter bis 800 Euro netto sind in Zeile 36 sofort abziehbar. Details: EÜR: Abschreibung und GWG.

Miete, Zinsen und Reisen

Aufwendungen für betrieblich genutzte Grundstücke, zum Beispiel Grundsteuer und Erhaltungsaufwendungen, gehören in Zeile 41. Übernachtungs- und Reisenebenkosten bei Geschäftsreisen trägst du in Zeile 44 ein; Verpflegungsmehraufwendungen stehen in Zeile 64 und Fahrtkosten ab Zeile 68.

Schuldzinsen für gesondert aufgenommene Darlehen zur Finanzierung von Anlagevermögen stehen in Zeile 55, die übrigen Schuldzinsen in Zeile 56. Diese sind bis zu 2.050 Euro unbeschränkt abziehbar; darüber hinaus können Überentnahmen den Abzug beschränken (EÜR: Entnahmen und Einlagen).

Welche Betriebsausgaben sind nur beschränkt abziehbar?

Die Zeilen 62 bis 67 sind für beschränkt abziehbare Betriebsausgaben. Sie werden in der Regel in einen abziehbaren und einen nicht abziehbaren Teil aufgeteilt.

  • Geschenke (Zeile 62): Geschenke an Personen, die nicht Arbeitnehmer sind, sind nur abzugsfähig, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten der dem Empfänger im Gewinnermittlungszeitraum zugewendeten Gegenstände 50 Euro nicht übersteigen. Aus dem Beleg oder den Aufzeichnungen muss der Empfänger zu ersehen sein.
  • Bewirtung (Zeile 63): Bewirtungskosten aus geschäftlichem Anlass sind zu 70 Prozent abziehbar und zu 30 Prozent nicht abziehbar. Zum Nachweis sind schriftlich Ort, Tag, Teilnehmer und Anlass der Bewirtung sowie die Höhe der Aufwendungen anzugeben.
  • Verpflegungsmehraufwendungen (Zeile 64): nur in Höhe der Pauschbeträge, im Inland 28 Euro bei 24 Stunden Abwesenheit und je 14 Euro bei mehr als 8 Stunden Abwesenheit ohne Übernachtung sowie für den An- und Abreisetag bei auswärtiger Übernachtung.
  • Arbeitszimmer und Tagespauschale (Zeilen 65 und 66): EÜR: Homeoffice-Pauschale.
  • Zeile 67: sonstige beschränkt abziehbare und nicht abziehbare Ausgaben, etwa Geldbußen sowie Aufwendungen, die die Lebensführung berühren und als unangemessen anzusehen sind.

Aufwendungen für die in § 4 Abs. 7 EStG genannten Zwecke, insbesondere Geschenke und Bewirtungen, zeichnest du einzeln und getrennt von den sonstigen Betriebsausgaben auf.

Was gilt für das Auto?

Die Fahrzeugkosten stehen in den Zeilen 68 bis 73. Nutzt du ein privates Fahrzeug betrieblich, kannst du entweder pauschal 0,30 Euro für jeden vollen Kilometer oder die anteiligen tatsächlichen Aufwendungen ansetzen. Das gilt nicht für Fahrten zwischen Wohnung und erster Betriebsstätte: Dafür ist nur die Entfernungspauschale abziehbar (Zeile 73). Gehört das Fahrzeug zum Betriebsvermögen und nutzt du es auch privat, ist der private Nutzungswert eine Betriebseinnahme (Zeile 20).

Häufige Fehler

  • Private Kosten absetzen. Nur betrieblich veranlasste Aufwendungen sind Betriebsausgaben; bei gemischten Kosten zählt der betriebliche Anteil.
  • Bewirtung ohne Angaben. Ohne schriftliche Angaben zu Ort, Tag, Teilnehmern und Anlass ist die Höhe nicht nachgewiesen.
  • Geschenke über 50 Euro absetzen. Übersteigen die Kosten für einen Empfänger im Jahr 50 Euro, ist der Abzug ausgeschlossen.
  • Netto und brutto verwechseln. Regelbesteuerer tragen netto ein und die Vorsteuer in Zeile 57; Kleinunternehmer tragen brutto ein.
  • Nach Rechnungsdatum statt nach Zahlung buchen. Maßgeblich ist grundsätzlich der Abfluss.
  • Geschenke und Bewirtung nicht getrennt aufzeichnen. Sie sind einzeln aufzuzeichnen.

So geht's mit VAT GPT

VAT GPT liest hochgeladene Rechnungen und Belege per KI aus, ordnet sie Kategorien zu und zeigt dir Einnahmen und Ausgaben je Kategorie samt Gewinn. In der EÜR-Übersicht gibt es zum Beispiel die Ausgabenzeilen „Miete (Geschäftsräume)“, „Telefon, Internet und Porto“, „Software und IT-Kosten“, „Bürobedarf und Arbeitsmittel“, „Fahrzeugkosten (Tanken, Reparatur, Leasing)“, „Werbung und Marketing“ und „Rechts-, Steuerberatung und Buchhaltung“, außerdem „Geschenke an Geschäftspartner (bis 50 €)“ und „Geschäftsessen (70% abziehbar)“, dazu die Summe der Betriebsausgaben. Du prüfst und bestätigst die Zuordnung; das Senden an das Finanzamt läuft mit VAT GPT Pro über ELSTER.

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  • VAT GPT ist keine Steuerberatung – etwa bei der Frage, ob eine bestimmte Ausgabe abziehbar ist.
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Häufige Fragen

Was sind Betriebsausgaben? Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind (§ 4 Abs. 4 EStG).

In welchen Zeilen der Anlage EÜR stehen sie? In den Zeilen 24 bis 75 (Anleitung zur EÜR 2025).

Trage ich Betriebsausgaben netto oder brutto ein? Grundsätzlich netto, die Vorsteuer in Zeile 57; Kleinunternehmer tragen den Bruttobetrag ein.

Wie viel von einer Bewirtung kann ich absetzen? 70 Prozent, wenn Höhe und betriebliche Veranlassung nachgewiesen sind.

Bis zu welchem Betrag sind Geschenke abziehbar? Wenn die Kosten der einem Empfänger im Jahr zugewendeten Gegenstände 50 Euro nicht übersteigen.

Wann zählt eine Ausgabe? Grundsätzlich, wenn du zahlst.

Wohin gehören Kosten, die in keine Zeile passen? In Zeile 60, soweit sie nicht in den Zeilen 24 bis 59 berücksichtigt sind.

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Keine Steuerberatung: Die Inhalte ersetzen keine individuelle Beratung.

Quellen