Leitweg-ID: Was sie ist, wo du sie findest, wohin sie gehört
Die Leitweg-ID brauchst du nur, wenn du eine E-Rechnung an eine Behörde stellst. Dein Auftraggeber vergibt sie und gibt sie dir vorab, zum Beispiel mit der Bestellung. Du trägst sie in der XRechnung im Feld Käuferreferenz (BT-10) ein. Bei Rechnungen an andere Unternehmen brauchst du keine.
Zuletzt aktualisiert: 29. Oktober 2026
Kurz gesagt
- Wofür: Die Leitweg-ID adressiert öffentliche Rechnungsempfänger; sie ist keine Steuer- oder USt-ID.
- Woher: Bund und Länder vergeben sie; der Auftraggeber nennt sie dir, ein Register zum Nachschlagen gibt es nicht.
- Wohin: In die XRechnung, Feld Käuferreferenz (Buyer reference, BT-10).
Was ist die Leitweg-ID?
Die Leitweg-ID ist die Adresse einer Behörde für elektronische Rechnungen. Sie wurde geschaffen, um Rechnungen an öffentliche Rechnungsempfänger zu adressieren; Bund und Länder vergeben sie, und der Empfänger gibt sie dem Rechnungssteller vorab bekannt, etwa bei Vergabe oder Bestellung (XRechnung-FAQ der KoSIT, xeinkauf.de). Sie besteht laut Format-Spezifikation aus einer Grobadressierung, einer optionalen Feinadressierung und einer Prüfziffer; ein Beispiel aus der Spezifikation ist 04011000-1234512345-06 (Leitweg-ID Format-Spezifikation 2.0.2). Mit der Steuernummer oder der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer hat sie nichts zu tun.
Das heißt für dich: Du kannst die Leitweg-ID nicht selbst beantragen oder erfinden. Du fragst deinen Auftraggeber danach.
Brauche ich als Freiberufler oder Händler eine Leitweg-ID?
Nur wenn dein Kunde eine Behörde ist. Das Bundesfinanzministerium schreibt: „Eine Leitweg-ID ist nur erforderlich, wenn eine E-Rechnung an eine Behörde gestellt werden soll“ (BMF: Fragen und Antworten zur E-Rechnung). Bei Geschäften zwischen Unternehmen ist das Feld Käuferreferenz ein Textfeld ohne feste Vorgabe; dort kann der Käufer eine eigene Kennung für die interne Zuordnung verlangen (xeinkauf.de).
| Dein Kunde | Leitweg-ID nötig? |
|---|---|
| Behörde oder öffentlicher Auftraggeber | ja, der Auftraggeber nennt sie dir |
| Anderes Unternehmen im Inland | nein; frage nach einer Bestell- oder Käuferreferenz, wenn der Kunde eine will |
| Privatperson | nein, die E-Rechnungspflicht gilt nicht für Privatkunden (§ 14 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 UStG) |
Das heißt für dich: Rechnest du nur an Firmen und Privatleute ab, kannst du das Thema Leitweg-ID abhaken.
Wo trage ich die Leitweg-ID in der XRechnung ein?
Im Feld Käuferreferenz, englisch Buyer reference, Kürzel BT-10. In der XRechnung ist die Käuferreferenz ein Pflichtfeld (BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2025, Rn. 6b); bei Rechnungen an Behörden steht dort die Leitweg-ID (Leitweg-ID Format-Spezifikation 2.0.2). Reichst du die Rechnung über das Verwaltungsportal des Bundes ein, prüft das Portal die Rechnung automatisch auf formale Fehler und lehnt fehlerhafte Rechnungen ab (§ 4 Abs. 3 ERechV). Die Verordnung gilt nach ihrem Titel für das öffentliche Auftragswesen des Bundes; für Behörden der Länder und Kommunen nennt dir der Auftraggeber, wie er Rechnungen annimmt.
- Lass dir die Leitweg-ID vom Auftraggeber geben, am besten schriftlich in der Bestellung oder im Vertrag.
- Trage sie unverändert in das Feld Käuferreferenz ein, mit allen Bindestrichen.
- Prüfe die Datei, bevor du sie schickst (XRechnung prüfen).
Umsatzsteuerlich ist eine fehlende Käuferreferenz (BT-10) kein Fehler: Das BMF nennt Geschäftsregelfehler zu anderen Inhalten, „z. B. die fehlende Angabe des Feldes BT-10 Buyer reference“, umsatzsteuerlich unbeachtlich (BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2025, Rn. 35a). Ob die Behörde die Rechnung ohne Leitweg-ID annimmt, regelt aber ihr eigenes Verfahren.
Das heißt für dich: Das Finanzamt beanstandet eine fehlende Leitweg-ID nicht, deine Behörde kann die Rechnung aber zurückweisen. Frage vor der ersten Rechnung nach.
Was gilt beim Versand über Peppol?
Verschickst du die Rechnung über das Peppol-Netzwerk, steht die Leitweg-ID zusätzlich in der Empfängerkennung des Versandpakets, mit dem Schema 0204 davor; im Rechnungsfeld Käuferreferenz steht weiter nur die Leitweg-ID des Empfängers (Leitfaden Empfängerkennungen, xeinkauf.de). Für die meisten Freiberufler und Händler reicht der Versand per E-Mail oder Portal; ob dein Auftraggeber Peppol verlangt, steht in seinen Vorgaben.
Das heißt für dich: Nutze den Weg, den die Behörde vorgibt, und trage die Leitweg-ID in jedem Fall im Rechnungsfeld ein.
So hilft dir VAT GPT dabei
- Ausfüllen: Öffne auf der Seite Einnahmen in der Karte „Tipps“ den Eintrag „Rechnung erstellen“, wähle bei „Format“ „XRechnung (XML)“ und trage die Kundendaten ein. Im Feld „Käuferreferenz (Leitweg-ID)“ ersetzt du den automatischen Vorschlag durch die echte Leitweg-ID deines Kunden.
- Prüfen: Kontrolliere die Angaben auf der Rechnung.
- Senden: Lade die Datei herunter und schicke sie dem Auftraggeber.
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Häufige Fragen
Wo finde ich die Leitweg-ID meines Kunden? Frage den Kunden. Er gibt sie dir vorab bekannt, etwa mit der Bestellung. Eine bundesweite Datenbank, in der alle Leitweg-IDs stehen, gibt es nicht (xeinkauf.de).
Brauche ich eine Leitweg-ID für eine Rechnung an ein Unternehmen? Nein, nur für Rechnungen an Behörden (BMF-FAQ, siehe oben).
Ist die Leitweg-ID dasselbe wie die USt-IdNr.? Nein. Sie adressiert den Rechnungsempfänger in der öffentlichen Verwaltung; die USt-IdNr. identifiziert Unternehmer für die Umsatzsteuer.
Gilt die XRechnung-Pflicht auch für kleine Aufträge an den Bund? Rechnungen nach Erfüllung eines Direktauftrags bis 1.000 Euro sind von der Pflicht zur elektronischen Rechnungsstellung nach der ERechV ausgenommen (§ 3 Abs. 3 Nr. 1 ERechV).
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Quellen
- XRechnung-FAQ der KoSIT (xeinkauf.de)
- Leitweg-ID Format-Spezifikation 2.0.2
- Leitfaden Empfängerkennungen in Deutschland (xeinkauf.de)
- § 3 ERechV, Verbindlichkeit der elektronischen Form
- § 4 ERechV, Rechnungsformat und Übermittlung
- § 14 UStG, Ausstellung von Rechnungen
- BMF: Fragen und Antworten zur obligatorischen E-Rechnung