Nebenbei bei Amazon oder eBay verkaufen als Angestellter: Steuern

Du hast einen Job und willst nebenbei bei Amazon oder eBay verkaufen. Steuerlich gilt: Betreibst du den Verkauf als Gewerbe, hast du neben dem Arbeitslohn Einkünfte aus Gewerbebetrieb, deren Gewinn du per EÜR ermitteln kannst, solange du nicht zur Buchführung verpflichtet bist und keine Bücher führst (§ 4 Abs. 3 EStG). Betragen die Einkünfte, die nicht dem Lohnsteuerabzug unterlagen, im Jahr mehr als 410 Euro, wird deine Einkommensteuer durch eine Veranlagung festgesetzt (§ 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG), du gibst also eine Einkommensteuererklärung ab (§ 56 EStDV). Dazu kommen die Umsatzsteuer-Pflichten. Ob dein Arbeitsvertrag die Nebentätigkeit erlaubt, ist Arbeitsrecht und steht hier nicht.

Zuletzt aktualisiert: 27. Oktober 2026

Kurz gesagt

  • Einkommensteuer: Hast du Arbeitslohn mit Steuerabzug und daneben Einkünfte, die nicht dem Lohnsteuerabzug unterlagen, kommt es auf deren Höhe an. Mehr als 410 Euro im Jahr führen zur Veranlagung (§ 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG). Bis 410 Euro führen sie allein nicht zur Veranlagung; wirst du aus einem anderen Grund nach § 46 Abs. 2 EStG veranlagt, ist ein Betrag in ihrer Höhe vom Einkommen abzuziehen (§ 46 Abs. 3 EStG).
  • Einkünfte sind der Gewinn, nicht der Umsatz. Bei der EÜR ist es der Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben (§ 4 Abs. 3 EStG).
  • Umsatzsteuer: Es gilt entweder die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) oder du gibst Voranmeldungen ab, es sei denn, das Finanzamt befreit dich davon; das ist möglich, wenn die Steuer im Jahr nicht mehr als 2.000 Euro beträgt (§ 18 Abs. 2 UStG).

Darf ich als Angestellter nebenbei verkaufen?

Aus einem Gewerbe entstehen Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 Abs. 1 Nr. 1 EStG), neben deinem Arbeitslohn. Was dein Arbeitgeber dazu sagt, regelt dein Arbeitsvertrag, nicht das Steuerrecht.

Wann musst du eine Einkommensteuererklärung abgeben?

Für Arbeitnehmer mit Lohnsteuerabzug gilt § 46 EStG. Besteht das Einkommen ganz oder teilweise aus Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit, von denen ein Steuerabzug vorgenommen worden ist, wird eine Veranlagung nur in den Fällen des § 46 Abs. 2 durchgeführt. Der erste Fall betrifft deinen Nebenverdienst: Veranlagt wird, wenn die positive Summe der einkommensteuerpflichtigen Einkünfte, die nicht dem Steuerabzug vom Arbeitslohn zu unterwerfen waren, vermindert um die darauf entfallenden Beträge nach § 13 Abs. 3 und § 24a EStG, mehr als 410 Euro beträgt.

Gemeint sind Einkünfte, also dein Gewinn aus dem Verkauf. Ein Verkauf mit 5.000 Euro Umsatz und 4.800 Euro Betriebsausgaben hat 200 Euro Gewinn.

Drei Beispiele, jeweils ohne weitere Einkünfte neben dem Arbeitslohn und ohne Altersentlastungsbetrag:

Gewinn aus dem Verkauf im JahrFolge nach § 46 EStG und § 70 EStDV
300 EuroNicht mehr als 410 Euro: keine Veranlagung nach § 46 Abs. 2 Nr. 1. Wirst du aus einem anderen Grund nach § 46 Abs. 2 veranlagt, ist ein Betrag in Höhe der Einkünfte vom Einkommen abzuziehen (§ 46 Abs. 3).
500 EuroMehr als 410 Euro: Veranlagung nach § 46 Abs. 2 Nr. 1. Vom Einkommen ist der Härteausgleichsbetrag abzuziehen: 820 minus 500 = 320 Euro (§ 70 EStDV).
1.200 EuroMehr als 410 Euro: Veranlagung. Der Härteausgleichsbetrag ist 0, weil die Einkünfte nicht niedriger als 820 Euro sind (§ 70 EStDV).

Im zweiten Fall bleiben nach dem Abzug 180 Euro des Gewinns im Einkommen. Das Beispiel verwendet die Zahlen der Vorschriften; deine eigene Rechnung hängt von weiteren Einkünften und Abzügen ab.

Wie du den Gewinn in der Steuererklärung einträgst: Anlage G für Online-Händler. Bei sehr geringem Umsatz oder ohne Umsatz: Nebengewerbe ohne Umsatz.

Wie meldest du das Nebengewerbe an?

Du meldest das Gewerbe an und beantragst beim Finanzamt die Steuernummer für den Verkauf: Gewerbe online anmelden und Fragebogen zur steuerlichen Erfassung für Einzelunternehmen.

Kleinunternehmer oder nicht?

Ein Umsatz ist steuerfrei, wenn der Gesamtumsatz im Vorjahr 25.000 Euro nicht überschritten hat und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht überschreitet (§ 19 Abs. 1 UStG). Dann gelten für diese Umsätze die Erklärungspflichten des § 18 Abs. 1 bis 4 UStG nicht, also auch keine Voranmeldung. Schuldest du aber als Leistungsempfänger Steuer nach § 13b Abs. 5 UStG, etwa auf eine Rechnung ohne Steuer von einem Unternehmer aus einem anderen EU-Land, gibst du für diese Steuer eine Voranmeldung ab (§ 18 Abs. 4a UStG). Du kannst auch auf die Kleinunternehmerregelung verzichten; der Verzicht bindet dich mindestens fünf Kalenderjahre (§ 19 Abs. 3 UStG). Liegst du darüber, schuldest du Umsatzsteuer und meldest sie an. Die Einzelheiten: Kleinunternehmerregelung 2026: die Grenze.

Und die Gewerbesteuer?

Wie die Gewerbesteuer bei Amazon-Händlern greift, steht hier: Amazon-Gewerbesteuer für Händler.

Häufige Fehler

  • Umsatz und Gewinn verwechseln. Die 410-Euro-Regel des § 46 EStG zählt Einkünfte, also den Gewinn.
  • Die Nebentätigkeit gar nicht erklären. Liegen die Einkünfte über 410 Euro, ist die Veranlagung nach § 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG vorgesehen.
  • Den Fragebogen nicht ausfüllen. Mit ihm beantragst du die Steuernummer.
  • Die Betriebsausgaben nicht sammeln. Sie mindern den Gewinn (§ 4 Abs. 3 EStG).

So hilft dir VAT GPT dabei

VAT GPT ist die Steuer-Software für Amazon- und eBay-Händler in Deutschland: erst die OSS-Meldung, dann Umsatzsteuer, EÜR, Gewerbe- und Einkommensteuer, an einem Ort berechnet und abgegeben. Du füllst den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung für Einzelunternehmen in VAT GPT aus und sendest ihn ans Finanzamt, um eine Steuernummer zu erhalten. Danach erstellt VAT GPT die Umsatzsteuer-Voranmeldung, die EÜR und die Einkommensteuererklärung aus deinen Amazon- und eBay-Berichten und Rechnungen; mit VAT GPT Pro sendest du sie über ELSTER. Es gibt Free, Go (30 Tage kostenlos mit allen Pro-Funktionen) und Pro. Jetzt kostenlos testen

Häufige Fragen

Muss ich als Angestellter mit einem Nebengewerbe eine Steuererklärung abgeben? Betragen deine Einkünfte, die nicht dem Lohnsteuerabzug unterlagen, mehr als 410 Euro im Jahr, wird eine Veranlagung durchgeführt (§ 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG).

Sind 410 Euro Umsatz oder Gewinn gemeint? Einkünfte, also der Gewinn. Bei der EÜR ist das der Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben.

Was passiert bei höchstens 410 Euro? Dann führen diese Einkünfte allein nicht zur Veranlagung. Wirst du aus einem anderen Grund nach § 46 Abs. 2 EStG veranlagt, ist ein Betrag in ihrer Höhe vom Einkommen abzuziehen (§ 46 Abs. 3 EStG).

Wie bekomme ich eine Steuernummer für das Nebengewerbe? Mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, den du ans Finanzamt sendest.

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Keine Steuerberatung: Die Inhalte ersetzen keine individuelle Beratung.

Quellen