Steuersoftware für Selbstständige: Worauf es ankommt

Gute Steuersoftware für Selbstständige deckt die Erklärungen ab, die du abgeben musst, und übermittelt sie elektronisch ans Finanzamt; bei Einkünften aus Gewerbebetrieb oder selbstständiger Arbeit ist das in der Regel vorgeschrieben (§ 25 Abs. 4 EStG). Welche Erklärungen das sind, hängt von deiner Lage ab: Die Einkommensteuererklärung gibst du in der Regel jedes Jahr ab, meist mit der Einnahmenüberschussrechnung (EÜR).

Zuletzt aktualisiert: 27. Oktober 2026

Kurz gesagt

  • Umsatzsteuer: Voranmeldungen und Jahreserklärung entfallen in der Regel nur für Kleinunternehmer (§ 19 Abs. 1 Satz 2 UStG).
  • Gewerbesteuer: Nur ein Gewerbebetrieb unterliegt ihr (§ 2 Abs. 1 GewStG), eine freiberufliche Tätigkeit nicht (§ 18 Abs. 1 EStG).
  • Mein ELSTER: Das Portal der Finanzverwaltung ist laut ELSTER kostenlos; Software lohnt sich vor allem bei vielen Belegen.

Welche Steuererklärungen gibst du als Selbstständiger ab?

Das hängt von drei Fragen ab: Bist du Freiberufler oder Gewerbetreibender? Bist du Kleinunternehmer? Und wie ermittelst du deinen Gewinn? Die Übersicht:

ErklärungWer sie abgibtWie
EinkommensteuererklärungSelbstständige in der Regel jedes JahrElektronisch (§ 25 Abs. 3 und 4 EStG)
Einnahmenüberschussrechnung (EÜR)Wer den Gewinn nach § 4 Abs. 3 EStG ermitteltElektronisch (§ 60 Abs. 4 EStDV)
Umsatzsteuer-VoranmeldungUnternehmer, die keine Kleinunternehmer sindBis zum zehnten Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums (§ 18 Abs. 1 UStG)
UmsatzsteuererklärungUnternehmer, die keine Kleinunternehmer sindFür das Kalenderjahr, elektronisch (§ 18 Abs. 3 UStG)
GewerbesteuererklärungNur GewerbebetriebeElektronisch (§ 14a GewStG)

Der Voranmeldungszeitraum ist das Kalendervierteljahr. Betrug die Steuer des Vorjahres mehr als 9.000 Euro, ist es der Kalendermonat; für Gründer enthält das Gesetz Sonderregeln (§ 18 Abs. 2 UStG). Deine Software sollte beide Rhythmen beherrschen. Wer kein Kleinunternehmer ist, übermittelt in der Regel Voranmeldung und Jahreserklärung elektronisch (§ 18 Abs. 1 und 3 UStG). Als Kleinunternehmer entfallen Voranmeldung und Umsatzsteuererklärung in der Regel; Grenzen und Ausnahmen stehen in Umsatzsteuer-Voranmeldung als Kleinunternehmer: Muss ich?.

Ob du Freiberufler bist, regelt das Gesetz, nicht die Software: Zur freiberuflichen Tätigkeit gehören unter anderem die selbstständig ausgeübte wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische Tätigkeit sowie Berufe wie Ingenieure, Architekten, Journalisten und Übersetzer (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG). Eine selbstständige, nachhaltige Betätigung mit Gewinnabsicht, die am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teilnimmt und weder Land- und Forstwirtschaft noch freier Beruf noch andere selbstständige Arbeit ist, ist ein Gewerbebetrieb (§ 15 Abs. 2 EStG). Nur der Gewerbebetrieb unterliegt der Gewerbesteuer (§ 2 Abs. 1 GewStG). Wie dein Finanzamt deine Tätigkeit einordnet, klärst du im Zweifel mit ihm oder mit deinem Steuerberater.

Einkommensteuererklärung für Freiberufler: Was die Software können muss

In der Einkommensteuererklärung gibst du deine Einkünfte an, bei Selbstständigen also die aus selbstständiger Arbeit oder aus Gewerbebetrieb (§ 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und 3 EStG). Den Gewinn dafür liefert die EÜR. Von der Software brauchst du deshalb drei Dinge: Sie muss wissen, ob du selbstständig tätig bist oder ein Gewerbe betreibst, sie muss die EÜR mitführen, und sie muss beides in der amtlich vorgeschriebenen Form an das Finanzamt übermitteln. Ein Ausdruck genügt in der Regel nicht: Auf eine elektronische Übermittlung verzichtet das Finanzamt nur auf Antrag, um unbillige Härten zu vermeiden (§ 25 Abs. 4 Satz 2 EStG, § 60 Abs. 4 Satz 2 EStDV). Mit der EÜR ermittelst du den Gewinn als Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben; das darfst du nur, wenn du weder zur Buchführung verpflichtet bist noch freiwillig Bücher führst und Abschlüsse machst (§ 4 Abs. 3 Satz 1 EStG).

Worauf du bei Steuersoftware für Selbstständige achtest

Diese Fragen helfen dir, Programme zu vergleichen – ohne ein bestimmtes zu nennen:

  • Deine Formulare: Deckt die Software die Erklärungen aus der Tabelle ab, die für dich gelten? Das Softwareverzeichnis auf elster.de führt unter „Unterstützte Formulare und Funktionen“ unter anderem Einkommensteuererklärung, Einnahmeüberschussrechnung (EÜR), Gewerbesteuererklärung, Umsatzsteuer-Voranmeldung und Umsatzsteuererklärung auf. Die Angaben stammen von den Herstellern: In der Liste „Softwareprodukte für alle Betriebssysteme“ haben am 21. Oktober 2026 die Hersteller von 636 Produkten angegeben, dass ihre Software ELSTER unterstützt.
  • Wirklich senden: Die Software muss die Erklärungen an ELSTER übermitteln können, nicht nur ein PDF erzeugen.
  • Wie deine Zahlen hineinkommen: Von Hand tippen, Tabellen importieren, Rechnungen hochladen oder Berichte deiner Marktplätze einlesen? Je mehr Belege du hast, desto mehr lohnt sich ein Import.
  • Was der Preis enthält: Manche Programme rechnen nur, andere senden auch. Frag nach dem Preis für genau die Erklärungen, die du abgibst, und für das Senden.
  • Voranmeldungszeitraum: Bist du kein Kleinunternehmer, braucht die Software monatliche und vierteljährliche Voranmeldungen (§ 18 Abs. 2 UStG).
  • Export für den Steuerberater: Beauftragst du später einen Steuerberater, sollte die Software deine Belege und Buchungen ausgeben können, zum Beispiel als DATEV-Datei.

Ob du Freiberufler bist, ob eine Ausnahme gilt und ob du die Kleinunternehmerregelung nutzt, klärst du mit deinem Finanzamt oder deinem Steuerberater.

Mein ELSTER oder Steuersoftware?

Mein ELSTER ist das Portal der Finanzverwaltung. Laut ELSTER ist es kostenlos, funktioniert ohne Herunterladen und Installieren und auch auf Tablet und Smartphone. Die Formulare füllst du dort selbst aus. Software lohnt sich, wenn du viele Belege hast oder mehrere Erklärungen aus denselben Zahlen erstellst. Die ausführliche Gegenüberstellung steht in ELSTER Alternative für Online-Händler: Mein ELSTER oder Software?.

Steuersoftware für Selbstständige auf Englisch

Du liest lieber Englisch? Die Erklärungen gehen in jedem Fall als ELSTER-Datensatz an das deutsche Finanzamt. Auf der Startseite von Mein ELSTER lässt sich die Sprache auf Englisch umstellen.

Welche Fehler passieren oft?

  • Software nach dem Preis wählen statt nach den Formularen. Fehlt dir die EÜR oder die Gewerbesteuererklärung, brauchst du ein zweites Programm.
  • Freiberuf und Gewerbe verwechseln. Nur ein Gewerbebetrieb unterliegt der Gewerbesteuer (§ 2 Abs. 1 GewStG); eine falsche Einordnung führt zu einer unnötigen oder einer fehlenden Gewerbesteuererklärung.
  • Als Kleinunternehmer eine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben. Unter Anwendung der Regelbesteuerung wertet das Finanzamt sie grundsätzlich als Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung (Finanzamt Hessen).
  • Die EÜR nur ausdrucken. Sie ist elektronisch zu übermitteln; Papier gibt es nur auf Antrag bei unbilliger Härte (§ 60 Abs. 4 EStDV).
  • Die Frist nicht kennen. Ohne Steuerberater endet sie sieben Monate nach Ablauf des Kalenderjahres (§ 149 Abs. 2 AO).

So hilft dir VAT GPT dabei

Du bist selbstständig und hast Rechnungen und Marktplatzberichte? VAT GPT rechnet daraus deine Erklärungen. In drei Schritten:

  1. Hochladen: Du lädst deine Rechnungen und deine Amazon- oder eBay-CSV-Berichte hoch. Die KI liest Beträge, Länder und Steuersätze aus; VAT GPT schlüsselt die Umsatzsteuer für Deutschland und die EU (OSS) auf.
  2. Prüfen: Du prüfst und bestätigst die Werte und erstellst im selben Konto deine EÜR, die Gewerbesteuer- und die Einkommensteuererklärung.
  3. Senden: Mit VAT GPT Pro gehen EÜR, Gewerbesteuer- und Einkommensteuererklärung über ELSTER ans Finanzamt, dazu die Umsatzsteuer-Jahreserklärung.

Alles liegt an einem Ort: Umsatzsteuer-Voranmeldung, Umsatzsteuer-Jahreserklärung, OSS-Meldung, EÜR, Gewerbesteuer- und Einkommensteuererklärung. Dazu kommen E-Rechnungen im Format ZUGFeRD und XRechnung. Die Oberfläche von VAT GPT gibt es auf Deutsch und Englisch. In der Einkommensteuererklärung wählst du, ob du selbstständig (Freiberufler) oder gewerbetreibend bist. Für deinen Steuerberater gibt es in den Einstellungen einen Datenexport mit einer DATEV-Buchungsstapel-Datei; die Kontenzuordnung ist ein Vorschlag, den du mit deinem Steuerberater abstimmst. Es gibt Free (Grundfunktionen, kostenlos), Go (30 Tage kostenlos mit allen Pro-Funktionen) und Pro (49 € pro Monat oder 444 € pro Jahr, jeweils inkl. MwSt.). Jetzt kostenlos testen

Häufige Fragen

Welche Steuererklärungen muss ich als Selbstständiger abgeben? In der Regel die Einkommensteuererklärung (§ 25 Abs. 3 EStG), bei Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG die EÜR (§ 60 Abs. 4 EStDV), die Umsatzsteuer-Voranmeldungen und die Umsatzsteuererklärung, wenn du kein Kleinunternehmer bist (§ 18 und § 19 UStG), und bei einem Gewerbebetrieb die Gewerbesteuererklärung (§ 14a GewStG).

Muss ich meine Steuererklärung als Selbstständiger elektronisch abgeben? In der Regel ja: Die Einkommensteuererklärung ist bei Einkünften aus Gewerbebetrieb oder selbstständiger Arbeit nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz zu übermitteln (§ 25 Abs. 4 Satz 1 EStG), ebenso die EÜR (§ 60 Abs. 4 Satz 1 EStDV). Auf Antrag kann das Finanzamt zur Vermeidung unbilliger Härten darauf verzichten (§ 25 Abs. 4 Satz 2 EStG).

Bis wann muss ich die Steuererklärung als Selbstständiger abgeben? Ohne Steuerberater spätestens sieben Monate nach Ablauf des Kalenderjahres (§ 149 Abs. 2 AO). Für das Jahr 2026 wäre das der 31. Juli 2027; weil das ein Samstag ist, endet die Frist am Montag, dem 2. August 2027 (§ 108 Abs. 3 AO). Beauftragst du einen Steuerberater mit der Erstellung, gilt grundsätzlich der letzte Tag des Monats Februar des zweiten Folgejahres (§ 149 Abs. 3 AO), für 2026 also der 29. Februar 2028. Das Finanzamt kann eine frühere Abgabe anordnen (§ 149 Abs. 4 AO).

Brauche ich als Freiberufler eine Gewerbesteuererklärung? In der Regel nein: Nur Gewerbebetriebe unterliegen der Gewerbesteuer (§ 2 Abs. 1 GewStG). Betreibst du ein Gewerbe, gilt für natürliche Personen ein Freibetrag von 24.500 Euro beim Gewerbeertrag (§ 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 GewStG); eine Erklärung ist unter anderem abzugeben, wenn der Gewerbeertrag diesen Betrag übersteigt (§ 25 Abs. 1 GewStDV). Mehr dazu: Gewerbesteuererklärung, auch für Kleinunternehmer und mit Zerlegung.

Kann ich als Selbstständiger meine Steuererklärung kostenlos machen? Ja, über Mein ELSTER, das laut ELSTER kostenlos ist. Software kostet Geld, nimmt dir aber das Zusammenstellen der Zahlen ab, wenn du viele Rechnungen oder Marktplatzberichte hast.

Gibt es Steuersoftware für Selbstständige auf Englisch? Ja. Mein ELSTER lässt sich laut Startseite auf Englisch umstellen; die Erklärungen gehen in jedem Fall als ELSTER-Datensatz an das Finanzamt.

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Keine Steuerberatung: Die Inhalte ersetzen keine individuelle Beratung.

Quellen