eBay-Steuern: Wie hoch sind sie wirklich?
Es gibt keinen "eBay-Steuersatz". Wie viel Steuer du auf eBay-Verkäufe zahlst, hängt davon ab, was du verkaufst und ob du als Unternehmer handelst. Wer gebrauchte Sachen aus dem eigenen Haushalt verkauft, zahlt meist nichts. Wer gewerblich handelt, zahlt Einkommensteuer auf den Gewinn, Umsatzsteuer, wenn er kein Kleinunternehmer ist, und unter Umständen Gewerbesteuer. Die Meldung von eBay an das Finanzamt ab 30 Verkäufen oder 2.000 Euro ist dabei keine Steuer, sondern eine Meldung.
Zuletzt aktualisiert: 27. Oktober 2026
Kurz gesagt
- Privat verkauft: Gewinne aus dem Verkauf gebrauchter Gegenstände des täglichen Gebrauchs sind nicht steuerpflichtig. Bei anderen Gegenständen zählt die Frist von einem Jahr zwischen Kauf und Verkauf; Gewinne unter 1.000 Euro im Jahr bleiben steuerfrei (§ 23 EStG).
- Gewerblich verkauft: Einkommensteuer auf den Gewinn (Einnahmen minus Ausgaben). Der Grundfreibetrag beträgt ab 2026 für das gesamte zu versteuernde Einkommen 12.348 Euro (§ 32a EStG).
- Umsatzsteuer: in Deutschland 19 % oder 7 % auf steuerpflichtige Umsätze (§ 12 UStG), außer du bist Kleinunternehmer (Vorjahr bis 25.000 Euro, laufendes Jahr bis 100.000 Euro, im ersten Jahr bis 25.000 Euro, § 19 UStG). Bei EU-Fernverkäufen an Privatkunden über 10.000 Euro gilt der Satz des Bestimmungslandes (§ 3c UStG).
- Gewerbesteuer: Für natürliche Personen gilt ein Freibetrag von 24.500 Euro auf den Gewerbeertrag (§ 11 GewStG).
- 30 Verkäufe oder 2.000 Euro: Erreichst du im Jahr 30 Verkäufe oder 2.000 Euro Vergütung, meldet eBay deine Daten. Das ist keine Steuer.
Zahle ich Steuern, wenn ich privat bei eBay verkaufe?
Meist nicht. eBay selbst schreibt: Wer privat verkauft, zahlt in der Regel keine Steuern, und solange du keinen Gewinn machst, fallen keine an. Das Gesetz regelt es so:
- Gegenstände des täglichen Gebrauchs: Veräußerungen sind vom Steuertatbestand des privaten Veräußerungsgeschäfts ausgenommen (§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 2 EStG).
- Andere Gegenstände: Steuerpflichtig sind Gewinne, wenn zwischen Anschaffung und Verkauf nicht mehr als ein Jahr liegt (§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG). Gewinn ist der Verkaufspreis minus Anschaffungskosten und Werbungskosten (§ 23 Abs. 3 EStG).
- Freigrenze: Beträgt der Gesamtgewinn aus solchen Geschäften im Kalenderjahr weniger als 1.000 Euro, bleibt er steuerfrei (§ 23 Abs. 3 Satz 5 EStG). Erreichst du 1.000 Euro, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig.
Ein Beispiel mit erfundenen Zahlen: Du kaufst im Februar Sammelkarten für 300 Euro und verkaufst sie im Oktober desselben Jahres für 700 Euro. Der Gewinn von 400 Euro liegt unter 1.000 Euro, also steuerfrei. Bei 1.200 Euro Gewinn im selben Jahr wäre der gesamte Betrag steuerpflichtig. Hättest du die Karten länger als ein Jahr besessen, fiele keine Steuer an.
Wo die Grenze zum Gewerbe liegt, erklärt eBay Steuern ab wann.
Was zahle ich, wenn ich gewerblich auf eBay verkaufe?
Das Gesetz definiert den Gewerbebetrieb: eine selbständige nachhaltige Betätigung, die mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, unternommen wird und sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt (§ 15 Abs. 2 EStG). Dann zahlst du bis zu drei Steuern.
Einkommensteuer
Sie trifft deinen Gewinn, nicht den Umsatz. Ohne Buchführungspflicht kannst du als Gewinn den Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben ansetzen (§ 4 Abs. 3 EStG, die Einnahmenüberschussrechnung). Auf das gesamte zu versteuernde Einkommen eines Jahres, also nicht nur auf den eBay-Gewinn, fällt bis 12.348 Euro (Grundfreibetrag ab dem Veranlagungszeitraum 2026) keine Einkommensteuer an (§ 32a Abs. 1 EStG). Darüber steigt der Tarif. Welchen Satz du zahlst, hängt von deinem übrigen Einkommen ab.
Umsatzsteuer
Bist du kein Kleinunternehmer, beträgt die Steuer 19 % der Bemessungsgrundlage oder, für bestimmte Gegenstände, 7 % (§ 12 UStG). Ein Verkauf für 119 Euro brutto enthält bei 19 % also 19 Euro Umsatzsteuer auf 100 Euro netto. Diese Steuer führst du über die Umsatzsteuer-Voranmeldung ab, abzüglich der Vorsteuer. Verkaufst du an Privatkunden in anderen EU-Ländern und liegen diese Fernverkäufe (zusammen mit bestimmten Dienstleistungen an Privatkunden im EU-Ausland) im Vorjahr oder im laufenden Jahr über 10.000 Euro, gilt für sie der Steuersatz des Bestimmungslandes (§ 3c Abs. 1 und 4 UStG). Diese Umsätze kannst du über die OSS-Meldung abgeben: OSS-Schwelle 10.000 Euro.
Als Kleinunternehmer sind deine Umsätze steuerfrei, wenn der Gesamtumsatz im Vorjahr 25.000 Euro nicht überschritten hat und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht überschreitet (§ 19 Abs. 1 UStG). Fängst du erst in diesem Jahr an, gilt im ersten Jahr allein die Grenze von 25.000 Euro (Abschnitt 19.1 Abs. 3 UStAE). Mehr dazu in Kleinunternehmerregelung 2026: Grenzen.
Gewerbesteuer
Bei natürlichen Personen wird der Gewerbeertrag um einen Freibetrag von 24.500 Euro gekürzt, höchstens um den abgerundeten Gewerbeertrag (§ 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 GewStG). Liegt dein Gewerbeertrag darunter, ist der Steuermessbetrag null. Details: Gewerbesteuer für eBay-Verkäufer.
Ein Beispiel für einen kleinen gewerblichen Verkäufer
Erfundene Zahlen: Du verkaufst 2026 Ware für 18.000 Euro Erlös. Wareneinkauf, eBay-Gebühren und Versandkosten betragen zusammen 11.000 Euro. Dein Gewinn ist 7.000 Euro.
- Umsatzsteuer: Warst du 2025 unter 25.000 Euro und bleibst 2026 unter 100.000 Euro, bist du Kleinunternehmer: keine Umsatzsteuer. Hast du 2026 erst angefangen, gilt die Grenze von 25.000 Euro; mit 18.000 Euro liegst du auch darunter.
- Einkommensteuer: Der Gewinn von 7.000 Euro liegt unter dem Grundfreibetrag von 12.348 Euro. Hast du sonst kein Einkommen, entsteht keine Einkommensteuer. Hast du zusätzlich Einkünfte, etwa als Angestellter, wird der Gewinn darauf gerechnet und mit deinem persönlichen Satz besteuert.
- Gewerbesteuer: Ein Gewerbeertrag unter 24.500 Euro bleibt ohne Gewerbesteuer.
Was ist mit der Meldung von eBay an das Finanzamt?
Als Plattformbetreiber muss eBay nach dem Plattformen-Steuertransparenzgesetz (PStTG) Informationen zu Verkäufern bis zum 31. Januar des Folgejahres an das Bundeszentralamt für Steuern melden (§ 13 Abs. 1 PStTG), das sie an die zuständigen Landesfinanzbehörden weiterleitet (§ 22 Abs. 1 PStTG). Von der Meldung freigestellt ist nur, wer über dieselbe Plattform im Jahr in weniger als 30 Fällen Waren verkauft und dafür insgesamt weniger als 2.000 Euro Vergütung erhalten hat (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 PStTG). Gemeldet wirst du also ab 30 Verkäufen oder ab 2.000 Euro Vergütung im Jahr. Die Vergütung ist das, was dir gezahlt oder gutgeschrieben wird, abzüglich der vom Plattformbetreiber einbehaltenen Gebühren, Provisionen oder Steuern (§ 5 Abs. 2 PStTG).
Wichtig: Die Meldung ist keine Steuer und keine Einstufung als Gewerbetreibender. eBay schreibt selbst, dass es keine neue Steuer auf private Verkäufe gibt und dass die Meldung nicht bedeutet, dass du Steuern zahlen musst. Mehr dazu: DAC7-Meldung für Plattformverkäufer.
Häufige Fehler
- Die Meldegrenze mit der Gewerbegrenze verwechseln. Die 30 Verkäufe und 2.000 Euro sind eine Meldegrenze für Plattformen, keine Grenze, ab der du Gewerbetreibender bist.
- Umsatz mit Gewinn verwechseln. Einkommensteuer trifft den Gewinn nach Abzug deiner Ausgaben.
- Den Grundfreibetrag nur auf den eBay-Gewinn beziehen. Er gilt für dein gesamtes zu versteuerndes Einkommen.
- Als Kleinunternehmer Umsatzsteuer in Rechnungen ausweisen. Weist du sie trotzdem gesondert aus, schuldest du den ausgewiesenen Betrag (§ 14c Abs. 2 UStG).
- Die 1.000-Euro-Grenze als Freibetrag lesen. Sie ist eine Freigrenze: Ab 1.000 Euro Gewinn ist alles steuerpflichtig.
So hilft dir VAT GPT dabei
VAT GPT ist die Steuer-Software für Amazon- und eBay-Händler in Deutschland: erst die OSS-Meldung, dann Umsatzsteuer, EÜR, Gewerbe- und Einkommensteuer, an einem Ort berechnet und abgegeben. Wenn du gewerblich auf eBay verkaufst:
- Du lädst deinen eBay-CSV-Bericht und deine Rechnungen hoch; die KI liest Beträge, Länder und Steuersätze aus.
- VAT GPT schlüsselt die Umsatzsteuer für Deutschland und die EU auf und erstellt Voranmeldung und OSS-Meldung. Du prüfst und bestätigst.
- Auch EÜR, Gewerbesteuererklärung und Einkommensteuererklärung erstellst du in VAT GPT und sendest sie mit VAT GPT Pro über ELSTER.
Schritt für Schritt: eBay-Steuern Schritt für Schritt. VAT GPT kennenlernen oder ein Konto erstellen.
Was VAT GPT nicht macht
- VAT GPT ist keine Steuerberatung. Ob dein eBay-Handel privat oder gewerblich ist, beurteilt das Finanzamt nach den Umständen.
- VAT GPT berechnet keinen allgemeingültigen "eBay-Steuersatz": Die Steuer hängt von deinem Einzelfall ab.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Steuer auf eBay-Verkäufe? Es gibt keinen festen Satz. Privat meist null; gewerblich Einkommensteuer auf den Gewinn, Umsatzsteuer (in Deutschland 19 % oder 7 %, außer Kleinunternehmer) und gegebenenfalls Gewerbesteuer.
Muss ich ab 2.000 Euro eBay-Umsatz Steuern zahlen? Nein. Ab 30 Verkäufen oder ab 2.000 Euro Vergütung im Jahr meldet eBay deine Daten an die Finanzverwaltung (§ 4 Abs. 5 PStTG). Steuern zahlst du nur, wenn Gewinn oder Umsatz steuerpflichtig sind.
Zahle ich Steuern, wenn ich private gebrauchte Sachen mit Verlust verkaufe? Nein. eBay schreibt: Solange du beim Verkaufen keinen Gewinn erzielst, fallen keine Steuern an. Veräußerungen von Gegenständen des täglichen Gebrauchs sind außerdem ausdrücklich ausgenommen (§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 2 EStG). Verkaufst du dagegen gewerblich und bist kein Kleinunternehmer, fällt Umsatzsteuer auf jeden steuerpflichtigen Umsatz an, auch bei Verlust (§ 12 Abs. 1 UStG).
Wie hoch ist der Grundfreibetrag 2026? 12.348 Euro (§ 32a Abs. 1 EStG), bezogen auf das gesamte zu versteuernde Einkommen.
Ab wann zahle ich Gewerbesteuer? Als natürliche Person, wenn dein Gewerbeertrag den Freibetrag von 24.500 Euro übersteigt (§ 11 GewStG).
Weiterlesen
- eBay Steuern: Ab wann musst du Steuern zahlen?
- eBay-Steuern Schritt für Schritt
- Kleingewerbe und eBay: Steuern
- DAC7-Meldung für Plattformverkäufer
- Gewerbesteuer für eBay-Verkäufer
- Kleinunternehmerregelung 2026: Grenzen
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