OSS-Steuersätze: Umsatzsteuer je EU-Land im Überblick

Im OSS rechnest du nicht mit den deutschen Sätzen (19 Prozent, ermäßigt 7 Prozent), sondern mit dem Umsatzsteuersatz des Landes, in dem die Ware ankommt. Die Normalsätze der 26 anderen EU-Länder liegen laut EU-Kommission (Stand 21. Oktober 2026) zwischen 17 Prozent in Luxemburg und 27 Prozent in Ungarn. Dazu kommen je Land ermäßigte Sätze für bestimmte Warengruppen.

Zuletzt aktualisiert: 27. Oktober 2026

Kurz gesagt

  • Ab wann: bei Fernverkäufen an Privatkunden über der 10.000-Euro-Schwelle oder nach Verzicht darauf (§ 3c Abs. 1 und 4 UStG).
  • Deine Ware: Welcher Satz passt, legt das Recht des Ziellandes fest; die Tabelle ist der Einstieg, nicht die letzte Prüfung.
  • Tabelle: Stand der Quelle 13. Juli 2026; Normalsätze am 21. Oktober 2026 mit der Datenbank TEDB abgeglichen.

Wie hoch sind die OSS-Steuersätze der EU-Länder? Die Tabelle

Die Tabelle zeigt die Sätze in Prozent, wie sie die EU-Kommission auf ihrer Seite „Your Europe“ nennt (zuletzt von der Kommission geprüft am 13. Juli 2026); die Zeilen Österreich (4,9 Prozent für bestimmte Grundnahrungsmittel seit 1. Juli 2026) und Estland (13 Prozent für Beherbergungsleistungen) haben wir nach der Datenbank TEDB vom 21. Oktober 2026 ergänzt. Die Normalsätze aller 26 Länder stimmen mit den Einträgen der Kommissions-Datenbank „Taxes in Europe Database“ (TEDB) vom 21. Oktober 2026 überein. Ein Zwischensatz („Parking Rate“) ist ein ermäßigter Satz von mindestens 12 Prozent für Waren und Leistungen, die nicht auf der Liste der ermäßigten Sätze der Mehrwertsteuerrichtlinie stehen.

LandNormalsatzErmäßigte SätzeSuper-ermäßigtZwischensatz
Belgien216 / 12–12
Bulgarien209––
Dänemark250––
Estland249 / 13––
Finnland25,510 / 13,5––
Frankreich205,5 / 102,1–
Griechenland246 / 13 / 174–
Irland239 / 13,5––
Italien225 / 104–
Kroatien255 / 13––
Lettland215 / 12––
Litauen215 / 12––
Luxemburg178314
Malta185 / 7–12
Niederlande219––
Österreich2010 / 134,913
Polen235 / 8––
Portugal236 / 13–13
Rumänien2111––
Schweden256 / 12––
Slowakei235 / 19––
Slowenien225 / 9,5––
Spanien21104–
Tschechien2112 / 0––
Ungarn275 / 18––
Zypern195 / 93–

Die Tabelle der Kommission enthält keine Sätze für einzelne Regionen, etwa die Autonome Region Azoren. Dafür verweist die Kommission auf die Datenbank TEDB; sie führt für Portugal neben 23 Prozent auch einen Satz von 16 Prozent für die Azoren. Ein Super-ermäßigter Satz liegt unter 5 Prozent und gilt nur für eine begrenzte Liste von Waren und Leistungen in einzelnen Ländern.

Welcher Steuersatz gilt im OSS: der deutsche oder der des EU-Landes?

Beim Fernverkauf gilt als Ort der Lieferung der Ort, an dem sich die Ware bei Ende der Beförderung oder Versendung befindet (§ 3c Abs. 1 Satz 1 UStG). Das BZSt nennt das Bestimmungslandprinzip: Sobald du die Schwelle von 10.000 Euro überschreitest, richtet sich der Leistungsort bei Fernverkäufen nach dem Ort, an dem die Ware beim Erwerber ankommt. Damit gilt der Steuersatz dieses Landes. Bleibst du unter der Schwelle, gilt der deutsche Steuersatz, und du erklärst die Umsätze in deiner normalen Umsatzsteuer-Voranmeldung. Wie die Schwelle zählt, steht in OSS-Schwelle 10.000 Euro: Beispiele und Berechnung.

Die Kommission beschreibt die Aufteilung so: Die Mehrwertsteuerrichtlinie gibt den Rahmen vor, aber jeder Mitgliedstaat legt die Zahl und die Höhe seiner Steuersätze fest – und die Warengruppen, auf die jeder Satz anzuwenden ist. Der Normalsatz darf nicht unter 15 Prozent liegen.

Normalsatz oder ermäßigter Satz: Was gilt für meine Ware?

Das lässt sich nicht aus der Tabelle ablesen. Reduzierte Sätze gelten nur für bestimmte Waren und Leistungen, und welche das sind, bestimmt jedes Land selbst. Die Kommission weist darauf hin, dass ermäßigte Sätze in den meisten Fällen nicht auf elektronisch erbrachte Leistungen angewendet werden. Eine Übersicht der Warengruppen je Satz findest du in der Datenbank TEDB der Kommission; im Zweifel fragst du bei der Steuerbehörde des Ziellandes nach oder lässt dich beraten.

Zwei Beispiele für die Wirkung in der OSS-Meldung (Zahlen frei gewählt, Sätze aus der Tabelle): Verkaufst du eine Ware mit Normalsatz für 120 Euro brutto an eine Kundin in Frankreich, sind das bei 20 Prozent 100 Euro netto und 20 Euro französische Umsatzsteuer. Dieselbe Ware für 120 Euro brutto nach Polen (23 Prozent) ergibt rund 97,56 Euro netto und rund 22,44 Euro polnische Umsatzsteuer. Netto- und Steuerbetrag gehören in die OSS-Meldung des jeweiligen Landes; die Details zu Frist und Zahlung stehen in OSS-Meldung abgeben.

So trägst du die Sätze in die OSS-Meldung ein

Die Angaben in der OSS-Meldung machst du getrennt für jeden EU-Mitgliedstaat, in dem du Umsätze an Privatkunden erbracht hast, und schlüsselst sie nach den anwendbaren Steuersätzen auf (BZSt). Alle Beträge gibst du in Euro an. Eine Ware mit Normalsatz und eine mit ermäßigtem Satz im selben Land bekommen also zwei getrennte Zeilen. Wo du die Länder und Sätze im BZStOnline-Portal auswählst, zeigt dir OSS-Meldung abgeben: Schritt für Schritt.

Welche Fehler passieren oft?

  • Den deutschen Satz für Verkäufe über der Schwelle verwenden. Über der Schwelle gilt der Satz des Ziellandes.
  • Für jede Ware den Normalsatz nehmen. Jedes Land hat zusätzlich ermäßigte Sätze für bestimmte Warengruppen; prüfe, ob einer auf deine Ware passt.
  • Einen Satz aus einer alten Tabelle übernehmen. Sätze ändern sich. Prüfe das Datum der Quelle und gleiche den Satz vor der Meldung mit der Quelle der Kommission ab.
  • Regionale Sonderfälle übersehen. Die Tabelle der Kommission nennt keine Regionalsätze, etwa für die Azoren (TEDB: 16 Prozent).
  • Land und Satz vermischen. Die Meldung verlangt die Angaben je Land und je Steuersatz.

So hilft dir VAT GPT dabei

VAT GPT hinterlegt die Steuersätze aller EU-Länder zentral, jeweils mit ihrem Gültigkeitsdatum. In drei Schritten:

  1. Hochladen: Du lädst deine Amazon- oder eBay-CSV-Berichte und deine Rechnungen hoch. Die KI liest Beträge, Länder und Steuersätze aus.
  2. Prüfen: VAT GPT rechnet die Umsatzsteuer für Deutschland und die EU (OSS) aus. Beim eBay-Bestellbericht ordnet VAT GPT die Artikel Warengruppen wie Lebensmittel oder Bücher zu und nimmt dafür den Satz des Ziellandes; unsichere Zuordnungen werden zur Prüfung markiert. Du prüfst und bestätigst.
  3. Senden: Mit VAT GPT Pro geht die OSS-Meldung für alle EU-Länder direkt an das BZSt.

Zum OSS meldest du dich im BZStOnline-Portal an. Alles liegt an einem Ort: Umsatzsteuer-Voranmeldung, Umsatzsteuer-Jahreserklärung, OSS-Meldung, EÜR, Gewerbesteuer- und Einkommensteuererklärung. Es gibt Free (Grundfunktionen, kostenlos), Go (30 Tage kostenlos mit allen Pro-Funktionen) und Pro (49 € pro Monat oder 444 € pro Jahr, jeweils inkl. MwSt.). Jetzt kostenlos testen

Häufige Fragen

Welcher Steuersatz gilt im OSS? Der Steuersatz des EU-Landes, in dem die Ware ankommt (§ 3c Abs. 1 UStG; BZSt), ab Überschreiten der 10.000-Euro-Schwelle oder bei Verzicht darauf.

Wie hoch sind die Steuersätze in den EU-Ländern? Die Normalsätze liegen zwischen 17 Prozent (Luxemburg) und 27 Prozent (Ungarn); die Tabelle oben nennt alle Länder mit ihren ermäßigten Sätzen.

Kann ich überall den Normalsatz nehmen? Nur, wenn für deine Ware kein ermäßigter Satz gilt. Ob einer gilt, bestimmt das Recht des Ziellandes.

Gilt der deutsche Satz im OSS auch für Verkäufe nach Österreich? Nein. Österreich ist für das OSS ein anderes EU-Land; dort gelten 20 Prozent (Normalsatz), die ermäßigten Sätze 10 und 13 Prozent und seit 1. Juli 2026 4,9 Prozent für bestimmte Grundnahrungsmittel (Quelle: Tabelle oben).

Gilt das OSS auch für Lieferungen in die Schweiz oder nach Großbritannien? Nein. Ein Fernverkauf im Sinne des § 3c UStG führt von einem EU-Mitgliedstaat in einen anderen Mitgliedstaat.

Woher bekomme ich aktuelle Sätze? Aus der Tabelle der EU-Kommission („Your Europe“) und der Datenbank TEDB der Kommission; die Kommission empfiehlt außerdem, die aktuellen Sätze bei der Steuerbehörde deines Landes zu prüfen.

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Keine Steuerberatung: Die Inhalte ersetzen keine individuelle Beratung.

Quellen