Amazon-Verkäufer: Welche Steuern zahlst du ans Finanzamt – und wann?

Du verkaufst bei Amazon: Was zahlst du wann ans Finanzamt? Ohne Kleinunternehmerregelung berechnest du die Umsatzsteuer in der Voranmeldung und zahlst bis zum zehnten Tag nach Ablauf des Zeitraums (§ 18 Abs. 1 UStG). Die Einkommensteuer-Vorauszahlungen sind am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember fällig, sobald das Finanzamt sie festsetzt (§ 37 Abs. 1 und 3 EStG).

Zuletzt aktualisiert: 27. Oktober 2026

Kurz gesagt

  • Voranmeldungszeitraum: Kalendervierteljahr; war die Steuer im Vorjahr höher als 9.000 Euro, der Kalendermonat (§ 18 Abs. 2 UStG).
  • Gewerbesteuer: Die Gemeinde erhebt sie; bei natürlichen Personen bleiben 24.500 Euro Gewerbeertrag frei (§ 11 Abs. 1 GewStG).
  • Jahreserklärung und Verspätung: Abgabe grundsätzlich sieben Monate nach Jahresende; zu spät gezahlt kostet 1 Prozent Säumniszuschlag je angefangenem Monat.

Wann und wie zahle ich Umsatzsteuer?

Du berechnest die Umsatzsteuer selbst: Der Unternehmer übermittelt bis zum zehnten Tag nach Ablauf jedes Voranmeldungszeitraums eine Voranmeldung nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz über die amtlich bestimmte Schnittstelle, in der er die Steuer für den Zeitraum selbst zu berechnen hat. Die Vorauszahlung ist am zehnten Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums fällig und bis dahin zu entrichten (§ 18 Abs. 1 UStG). Auf Antrag verlängert das Finanzamt beide Fristen um einen Monat (Dauerfristverlängerung, § 46 UStDV); wer monatlich anmeldet, zahlt dafür eine Sondervorauszahlung von einem Elftel der Vorauszahlungen des Vorjahres (§ 47 Abs. 1 UStDV).

Voranmeldungszeitraum ist das Kalendervierteljahr. Beträgt die Steuer für das vorangegangene Kalenderjahr mehr als 9.000 Euro, ist der Kalendermonat Voranmeldungszeitraum; beträgt sie nicht mehr als 2.000 Euro, kann dich das Finanzamt von den Voranmeldungen und Vorauszahlungen befreien (§ 18 Abs. 2 Satz 1 bis 3 UStG). Nimmst du deine Tätigkeit im laufenden Kalenderjahr auf, ist für die Besteuerungszeiträume 2021 bis 2026 die voraussichtliche Steuer des laufenden Jahres maßgebend; hast du sie im Vorjahr nur einen Teil des Jahres ausgeübt, rechnest du die tatsächliche Steuer in eine Jahressteuer um (§ 18 Abs. 2 Satz 6 UStG). Mehr dazu in Umsatzsteuer-Voranmeldung für Amazon-Verkäufer.

Nach Ablauf des Kalenderjahres übermittelst du zusätzlich eine Steuererklärung, in der du die Steuer für das Jahr selbst berechnest (§ 18 Abs. 3 UStG). Weicht sie von der Summe deiner Vorauszahlungen ab, ist der Unterschiedsbetrag zugunsten des Finanzamts einen Monat nach Eingang der Steuererklärung fällig (§ 18 Abs. 4 UStG).

Verkäufe in andere EU-Länder, die du im OSS-Verfahren meldest, zahlst du nicht mit der Voranmeldung. Beim OSS ist die Steuer am letzten Tag des auf den Besteuerungszeitraum folgenden Monats fällig (§ 18j Abs. 4 UStG); mehr dazu in OSS-Meldung und Amazon und OSS.

Wann zahle ich Einkommensteuer?

Der Steuerpflichtige hat am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer zu entrichten, die er für das laufende Jahr voraussichtlich schulden wird (§ 37 Abs. 1 EStG). Das Finanzamt setzt sie durch Vorauszahlungsbescheid fest und bemisst sie grundsätzlich nach der Einkommensteuer der letzten Veranlagung (§ 37 Abs. 3 EStG). Vorauszahlungen werden nur festgesetzt, wenn sie mindestens 400 Euro im Kalenderjahr und mindestens 100 Euro für einen Vorauszahlungszeitpunkt betragen (§ 37 Abs. 5 EStG).

Die Einkommensteuererklärung für ein Kalenderjahr ist, soweit die Steuergesetze nichts anderes bestimmen, spätestens sieben Monate nach Ablauf des Kalenderjahres abzugeben (§ 149 Abs. 2 AO). Deine Einnahmen und Ausgaben als Verkäufer ermittelst du in der EÜR: EÜR in ELSTER erstellen.

Wie funktioniert die Gewerbesteuer?

Für die Gewerbesteuer wird zuerst ein Steuermessbetrag festgesetzt (§ 14 GewStG); darauf setzt die Gemeinde mit ihrem Hebesatz die Steuer fest und erhebt sie (§ 16 Abs. 1 GewStG). Der Gewerbeertrag wird bei natürlichen Personen sowie bei Personengesellschaften um einen Freibetrag von 24.500 Euro gekürzt (§ 11 Abs. 1 GewStG); die Steuermesszahl beträgt 3,5 Prozent (§ 11 Abs. 2 GewStG). Wie die Erklärung funktioniert, steht in Gewerbesteuererklärung.

Was gilt als Kleinunternehmer?

Als Kleinunternehmer sind deine Umsätze steuerfrei, wenn der Gesamtumsatz im vorangegangenen Kalenderjahr 25.000 Euro nicht überschritten hat und im laufenden Kalenderjahr 100.000 Euro nicht überschreitet (§ 19 Abs. 1 Satz 1 UStG). Die Vorschriften über die Erklärungspflichten (§ 18 Abs. 1 bis 4 UStG) finden dann keine Anwendung; § 18 Abs. 4a UStG bleibt unberührt (§ 19 Abs. 1 Satz 2 UStG). Beziehst du von einem Unternehmer aus einem anderen EU-Land eine sonstige Leistung, die nach § 3a Abs. 2 UStG in Deutschland steuerpflichtig ist, schuldest du die Steuer (§ 13b Abs. 1 und 5 UStG) und gibst für diese Zeiträume Voranmeldungen und eine Jahreserklärung ab (§ 18 Abs. 4a UStG). Einkommensteuer und Gewerbesteuer bleiben unberührt. Mehr dazu: Umsatzsteuer-Voranmeldung als Kleinunternehmer.

Umsatzsteuer, die du als Leistungsempfänger schuldest, zahlst du trotzdem (§ 13b Abs. 5 UStG).

Was passiert, wenn ich zu spät zahle?

Wird eine Steuer nicht bis zum Ablauf des Fälligkeitstages entrichtet, ist für jeden angefangenen Monat der Säumnis ein Säumniszuschlag von 1 Prozent des abgerundeten rückständigen Steuerbetrags zu entrichten (§ 240 Abs. 1 AO). Bei einer Säumnis bis zu drei Tagen wird er nicht erhoben; das gilt nicht bei Zahlung nach § 224 Abs. 2 Nr. 1 AO (§ 240 Abs. 3 AO).

Welche Fehler passieren oft?

  • Die Umsatzsteuer nicht einplanen. Die Vorauszahlung ist am zehnten Tag nach Ablauf des Zeitraums fällig (§ 18 Abs. 1 UStG).
  • Den Voranmeldungszeitraum falsch einschätzen. Im Gründungsjahr entscheidet für 2021 bis 2026 die voraussichtliche Steuer des laufenden Jahres: über 9.000 Euro monatlich, sonst vierteljährlich (§ 18 Abs. 2 Satz 2 und 6 UStG).
  • OSS-Umsatzsteuer mit der Voranmeldung vermischen. Das OSS-Verfahren hat eigene Fristen (§ 18j Abs. 4 UStG).
  • Einkommensteuer-Vorauszahlungen vergessen. Hat das Finanzamt sie festgesetzt, sind sie an vier Terminen im Jahr fällig (§ 37 Abs. 1 EStG).
  • Die Jahreserklärungen nicht planen. Die Frist beträgt grundsätzlich sieben Monate nach Ablauf des Kalenderjahres (§ 149 Abs. 2 AO).
  • Auf eine Aufforderung nicht reagieren. Wer vom Finanzamt zur Abgabe aufgefordert wird, muss abgeben (§ 149 Abs. 1 Satz 2 AO).

So hilft dir VAT GPT dabei

Deine Zahlen für die Voranmeldung bekommst du in VAT GPT so:

  1. Hochladen: Du lädst deine Amazon- und eBay-CSV-Berichte hoch.
  2. Prüfen: VAT GPT berechnet die Umsatzsteuer für Deutschland und OSS und erstellt die Voranmeldung, monatlich oder vierteljährlich. Vor dem Senden siehst du, was du zahlst oder erstattet bekommst.
  3. Senden: Mit VAT GPT Pro sendest du die Umsatzsteuer-Voranmeldung und die OSS-Meldung über ELSTER, außerdem EÜR, Gewerbe- und Einkommensteuer.

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Häufige Fragen

Muss ich die Umsatzsteuer selbst ans Finanzamt zahlen? Ja: Der Unternehmer berechnet die Steuer in der Voranmeldung selbst und entrichtet sie bis zum zehnten Tag nach Ablauf des Zeitraums (§ 18 Abs. 1 UStG), mit Dauerfristverlängerung einen Monat später (§ 46 UStDV).

Wie oft muss ich die Umsatzsteuer zahlen? Vierteljährlich; war die Steuer im Vorjahr höher als 9.000 Euro, monatlich. War sie nicht höher als 2.000 Euro, kann dich das Finanzamt von den Voranmeldungen befreien (§ 18 Abs. 2 UStG).

Wann zahle ich Einkommensteuer-Vorauszahlungen? Am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember, sobald das Finanzamt sie festsetzt (§ 37 Abs. 1 und 3 EStG).

Muss ich als Kleinunternehmer Umsatzsteuer zahlen? Für deine eigenen Umsätze nicht, solange du die Grenzen von 25.000 und 100.000 Euro einhältst (§ 19 Abs. 1 UStG). Schuldest du als Leistungsempfänger die Steuer, etwa für eine Leistung eines Unternehmers aus einem anderen EU-Land, zahlst du sie trotzdem (§ 13b Abs. 5, § 18 Abs. 4a UStG).

Ab wann zahle ich Gewerbesteuer? Bei natürlichen Personen und Personengesellschaften erst auf den Gewerbeertrag über 24.500 Euro (§ 11 Abs. 1 GewStG).

Was kostet eine verspätete Zahlung? 1 Prozent des abgerundeten rückständigen Betrags für jeden angefangenen Monat, bei einer Säumnis bis zu drei Tagen nichts (§ 240 AO).

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Quellen