Steuerberater oder Software für Online-Händler?

Ein Steuerberater und eine Software lösen nicht dieselbe Aufgabe. Der Steuerberater beurteilt deinen Einzelfall und darf dich in Steuersachen vertreten. Software rechnet deine Verkaufsdaten durch und füllt die Meldungen aus. Welcher Weg zu dir passt, hängt davon ab, wie einfach oder wie besonders dein Fall ist. Diese Seite zeigt, was jeder Weg leistet, damit du selbst vergleichen kannst.

Zuletzt aktualisiert: 27. Oktober 2026

Kurz gesagt

  • Steuerberater: beurteilt Sonderfälle, berät und vertritt dich. Geschäftsmäßige Hilfe in Steuersachen dürfen nur dazu befugte Personen und Vereinigungen leisten (§ 2 StBerG), unbeschränkt etwa Steuerberater, Rechtsanwälte und Wirtschaftsprüfer (§ 3 StBerG).
  • Software: liest die Berichte von Amazon oder eBay, rechnet die Umsatzsteuer und bereitet die Meldungen vor. Die Entscheidung, was für dich gilt, nimmt sie dir nicht ab.
  • Beides zusammen ist üblich: Software für die laufenden Zahlen, der Berater für Fragen, die nur ihr beide klären könnt.
  • Nichts tun kostet auch: Wer Meldungen zu spät abgibt oder Steuer zu spät zahlt, riskiert Zuschläge.

Was macht ein Steuerberater, was macht Software?

SteuerberaterSoftware
Beurteilung deines EinzelfallsJa, das ist seine AufgabeNein, sie rechnet nach festen Regeln
Beratung zu Fragen, die offen sindJaNein
Rechnen der Zahlen aus den BerichtenJa, aus den Daten, die du ihm gibstJa, direkt aus dem Upload
Aufwand für dichDu lieferst Berichte und Belege, er arbeitet sie durchDu lädst hoch, prüfst und bestätigst
Wann du Zahlen hastNach seinem ZeitplanSofort, wenn die Daten da sind

Preise nennt die Tabelle bewusst nicht: Sie hängen vom Berater, vom Umfang und von der Software ab.

Drei typische Lagen: was jeder Weg leistet

Die Beispiele beschreiben, was anfällt. Sie sagen nicht, was für dich gilt; das entscheidest du, mit oder ohne Berater.

1. Du verkaufst nur in Deutschland. Bist du kein Kleinunternehmer, fällt vor allem die Umsatzsteuer-Voranmeldung an: bis zum zehnten Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums (§ 18 Abs. 1 UStG), auf Antrag einen Monat später (§ 46 UStDV). Der Voranmeldungszeitraum ist grundsätzlich das Quartal; lag die Steuer im Vorjahr über 9.000 Euro, ist es der Monat (§ 18 Abs. 2 UStG). Für Gründer und bei geringer Steuer gelten in derselben Vorschrift Sonderregeln; Kleinunternehmer geben keine Voranmeldung ab (§ 19 Abs. 1 UStG). Ein Berater klärt, ob das auf dich zutrifft; Software rechnet die Zahlen aus deinem Bericht. Weiter: Umsatzsteuervoranmeldung für Amazon-Händler.

2. Du verkaufst an Privatkunden in anderen EU-Ländern. Bei Fernverkäufen gilt als Lieferort grundsätzlich das Land, in dem die Ware beim Kunden ankommt (§ 3c Abs. 1 UStG). Davon gibt es eine Ausnahme, wenn du nur in einem EU-Land ansässig bist und deine Fernverkäufe (zusammen mit bestimmten elektronischen Dienstleistungen an Privatkunden in anderen EU-Ländern) im vorangegangenen Kalenderjahr insgesamt 10.000 Euro nicht überschritten haben und im laufenden Kalenderjahr nicht überschreiten (§ 3c Abs. 4 UStG). Darüber kommt meist die OSS-Meldung ins Spiel. Ob und wie du sie nutzt, ist eine Frage, bei der Beratung helfen kann; die Berechnung je Land und Steuersatz übernimmt Software. Weiter: OSS-Meldung, Amazon OSS.

3. Deine Ware liegt in einem anderen EU-Land (Pan-EU). Bringst du eigene Ware zu deiner Verfügung in ein anderes EU-Land, gilt das Verbringen nach deutschem Recht grundsätzlich als Lieferung gegen Entgelt, außer bei nur vorübergehender Verwendung (§ 3 Abs. 1a UStG). Wie das Zielland damit umgeht und ob du dich dort registrieren musst, regelt dessen Recht. Das ist ein Fall, in dem es sich lohnt, bei der zuständigen Stelle oder einem Berater nachzufragen. Weiter: Amazon Pan-EU: Lager im Ausland.

Was Software nicht entscheiden kann

Software wendet Regeln auf deine Daten an. Sie weiß nicht, wie dein Vertrag aussieht oder ob eine Ausnahme für dich passt. Fragen wie diese bleiben beim Menschen:

  • ob bei dir ein Sonderfall vorliegt,
  • wie du Unklarheiten in deinen Berichten rechtlich einordnest,
  • was du dem Finanzamt auf eine Rückfrage antwortest.

Deshalb gilt bei VAT GPT wie bei jeder Software: Die Inhalte ersetzen keine individuelle Beratung.

Was kostet es, nichts zu tun?

Wer eine Steuererklärung nicht oder nicht fristgemäß abgibt, bei dem kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag festsetzen (§ 152 Abs. 1 AO). Auch die Voranmeldung ist eine Steuererklärung, in der du die Steuer selbst berechnest (§ 150 Abs. 1 Satz 3 AO, „Steueranmeldung“). Zwei Zahlen aus dem Gesetz:

  • Höhe: Bei Jahreserklärungen 0,25 Prozent der um die Vorauszahlungen verminderten festgesetzten Steuer für jeden angefangenen Monat der Verspätung, mindestens 25 Euro je Monat (§ 152 Abs. 5 Satz 2 AO), höchstens 25.000 Euro (§ 152 Abs. 10 AO). Für monatliche oder vierteljährliche Voranmeldungen gilt diese Formel nicht; dort richtet sich der Zuschlag nach Dauer und Häufigkeit der Verspätung und der Höhe der Steuer (§ 152 Abs. 8 AO).
  • Pflicht statt Ermessen: Eine Jahreserklärung, die nicht binnen 14 Monaten nach Ablauf des Kalenderjahrs abgegeben ist, führt zu einem festzusetzenden Zuschlag (§ 152 Abs. 2 AO), mit Ausnahmen in Absatz 3.

Zahlst du eine Steuer nicht bis zum Fälligkeitstag, fällt zusätzlich ein Säumniszuschlag von 1 Prozent des abgerundeten Rückstands für jeden angefangenen Monat an (§ 240 Abs. 1 AO). Bei einer Säumnis bis zu drei Tagen wird er nicht erhoben, außer wenn du bar oder per Scheck zahlst (§ 240 Abs. 3 AO, § 224 Abs. 2 Nr. 1 AO).

Beides zusammen: wie das in der Praxis aussieht

Viele Händler trennen die Aufgaben: Die laufenden Zahlen kommen aus der Software, der Berater bekommt am Jahresende eine saubere Grundlage und klärt die offenen Fragen. VAT GPT erstellt dafür auf Wunsch einen Datenexport, der unter anderem eine DATEV-Buchungsstapel-Datei für deinen Steuerberater enthält. Die Kontenzuordnung darin ist ein Vorschlag, den du mit ihm abstimmst.

So hilft dir VAT GPT dabei

VAT GPT ist die Steuer-Software für Amazon- und eBay-Händler in Deutschland: erst die OSS-Meldung, dann alle deine anderen Steuern, an einem Ort berechnet und abgegeben.

  1. Du lädst deine Amazon- und eBay-Berichte unter „Einnahmen & OSS“ hoch.
  2. VAT GPT ordnet jede Verkaufszeile nach Steuerverfahren und Land und berechnet Voranmeldung und OSS.
  3. Du prüfst und bestätigst; mit VAT GPT Pro sendest du Voranmeldung und OSS-Meldung weiter.

Was kostet VAT GPT?

Es gibt Free, Go (30 Tage kostenlos mit allen Pro-Funktionen) und Pro (49 € im Monat oder 444 € im Jahr, inkl. MwSt.). Jetzt kostenlos testen

Häufige Fragen

Brauche ich als Online-Händler einen Steuerberater? Das hängt von deinem Fall ab. Diese Seite gibt dir dazu keine Empfehlung; sie zeigt nur, was jeder Weg leistet.

Ersetzt Software den Steuerberater? Nein. Sie rechnet und füllt aus; die Beurteilung deines Einzelfalls bleibt bei dir und deinem Berater.

Kann ich beides nutzen? Ja. Das ist verbreitet: Software für die laufenden Zahlen, Beratung für Einzelfragen.

Was passiert, wenn ich eine Meldung verpasse? Das Finanzamt kann einen Verspätungszuschlag festsetzen; bei zu später Zahlung kommt ein Säumniszuschlag dazu (siehe oben).

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Keine Steuerberatung: Die Inhalte ersetzen keine individuelle Beratung.

Quellen