Amazon-Steuern Schritt für Schritt: Von Gewerbe bis Meldung
Du willst bei Amazon verkaufen und fragst dich, in welcher Reihenfolge du was erledigen musst? Fünf Schritte reichen: Gewerbe und Steuernummer, USt-IdNr, Voranmeldung, OSS bei Verkäufen ins EU-Ausland und der Jahresabschluss. Wer früh anfängt, vermeidet teure Fehler.
Zuletzt aktualisiert: 27. Oktober 2026
Kurz gesagt
- Start: Gewerbe anmelden, Steuernummer vom Finanzamt, USt-IdNr vom Bundeszentralamt für Steuern.
- Laufend: Umsatzsteuer-Voranmeldung aus dem Amazon-Umsatzsteuer-Transaktionsbericht (AVTR), bis zum 10. Tag nach dem Zeitraum.
- Jahresende: Umsatzsteuererklärung, EÜR, Gewerbesteuer und Einkommensteuer.
Einen Überblick über alle Steuern findest du in Online-Händler: Steuern im Überblick. Hier geht es um die Reihenfolge.
Schritt 1: Wie melde ich das Gewerbe an und bekomme eine Steuernummer?
Wer einen stehenden Gewerbebetrieb anfängt, muss das der zuständigen Behörde gleichzeitig anzeigen (§ 14 Abs. 1 GewO). Die Gemeinde informiert dein Finanzamt (§ 138 AO). Wie die Anmeldung online läuft, steht in Gewerbeanmeldung online.
Danach brauchst du eine Steuernummer. Sie beantragst du beim Finanzamt, in ELSTER mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Dort entscheidest du auch, ob du die Kleinunternehmerregelung nutzt. Sie gilt, wenn dein Gesamtumsatz im Vorjahr 25.000 Euro nicht überschritten hat und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht überschreitet (§ 19 Abs. 1 UStG). Im Gründungsjahr gilt nur die Grenze von 25.000 Euro (Abschn. 19.1 Abs. 3 UStAE). Mehr dazu in Kleinunternehmerregelung 2026: Grenze und Steuernummer beantragen.
Schritt 2: Wo trage ich die USt-IdNr in Seller Central ein?
Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer erteilt das Bundeszentralamt für Steuern auf Antrag (§ 27a UStG). Den Antrag erklärt USt-IdNr beantragen beim BZSt. Wie du sie in Seller Central hinterlegst, steht in USt-IdNr in Seller Central hinterlegen.
Schritt 3: Wie mache ich die Umsatzsteuer-Voranmeldung?
Die Voranmeldung geht elektronisch bis zum zehnten Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums ans Finanzamt (§ 18 Abs. 1 UStG). Voranmeldungszeitraum ist das Kalendervierteljahr. Hat deine Steuer im Vorjahr mehr als 9.000 Euro betragen, ist es der Kalendermonat (§ 18 Abs. 2 UStG). Lag sie nicht über 2.000 Euro, kann dich das Finanzamt von den Voranmeldungen befreien (§ 18 Abs. 2 Satz 3 UStG). Fängst du neu an, entscheidet für 2021 bis 2026 die voraussichtliche Steuer des laufenden Jahres (§ 18 Abs. 2 Satz 6 UStG); für spätere Jahre sieht der Gesetzestext im Gründungsjahr und im Folgejahr den Kalendermonat vor (§ 18 Abs. 2 Satz 4 UStG).
Deine Zahlen holst du aus dem Amazon-Umsatzsteuer-Transaktionsbericht (AVTR). Amazon beschreibt ihn als monatlichen Bericht mit "detaillierten Daten zu allen steuerpflichtigen Transaktionen auf den europäischen Marktplätzen und im Logistiknetzwerk von Amazon". Wie du ihn lädst, steht in Amazon-Umsatzsteuerbericht herunterladen. Die Schritte bis zur Meldung erklärt Umsatzsteuervoranmeldung für Amazon.
Drei Fälle brauchen besondere Aufmerksamkeit:
- Lager im EU-Ausland: Verbringst du Ware aus Deutschland in ein Amazon-Lager in einem anderen EU-Land, gilt das als Lieferung gegen Entgelt (§ 3 Abs. 1a UStG). Das gilt auch, wenn kein Kunde dahintersteht. In Deutschland ist es eine steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung (§ 4 Nr. 1 Buchst. b, § 6a Abs. 2 UStG): Du erklärst sie in der Voranmeldung (§ 18b UStG) und in der Zusammenfassenden Meldung; ohne richtige Zusammenfassende Meldung entfällt die Steuerbefreiung. Mehr in Amazon Pan-EU: Lager im Ausland.
- Export in Drittländer: Ausfuhrlieferungen trägst du in der Voranmeldung ein, im Vordruck unter "Weitere steuerfreie Umsätze mit Vorsteuerabzug" (Kz 43). Mehr in Fernverkauf ins Drittland.
- Genaue Fristen: Das Jahr 2026 und 2027 findest du im Fristenkalender USt-Voranmeldung: Fristen 2026 und 2027.
Schritt 4: Brauche ich OSS?
Verkaufst du Waren an Privatkunden in anderen EU-Ländern, zählt eine Schwelle von insgesamt 10.000 Euro im vorangegangenen und im laufenden Jahr; elektronische Dienstleistungen, Telekommunikation und Rundfunk an Privatkunden dort zählen mit (§ 3c Abs. 4 UStG). Bist du nur in Deutschland ansässig und liegst nicht darüber, ist ein Verkauf, den du aus Deutschland versendest, ein deutscher Umsatz; auf diese Regel kannst du verzichten. Darüber gilt die Umsatzsteuer des Ziellandes. Die erklärst du über das OSS-Verfahren oder mit einer Registrierung in jedem Zielland.
Für das OSS-Verfahren registrierst du dich beim BZSt. Der Antrag läuft über das BZStOnline-Portal. Dann gibst du die OSS-Erklärung innerhalb eines Monats nach jedem Quartal ab und zahlst die Steuer bis zum letzten Tag des Folgemonats (§ 18j Abs. 4 UStG). Alle Einzelheiten: OSS-Schwelle 10.000 Euro, OSS-Registrierung beim BZSt und OSS für Amazon.
Schritt 5: Was kommt am Jahresende?
Zum Jahresende schließt du vier Dinge ab:
- Umsatzsteuererklärung: Für das Kalenderjahr gibst du eine Steuererklärung ab (§ 18 Abs. 3 UStG). Siehe Umsatzsteuererklärung online.
- EÜR: Dein Gewinn ist der Überschuss der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben (§ 4 Abs. 3 EStG). Siehe EÜR-Software.
- Gewerbesteuer: Bei Einzelunternehmern fällt sie erst an, wenn der Gewerbeertrag 24.500 Euro übersteigt. Siehe Amazon Gewerbesteuer.
- Einkommensteuer: Dein Gewinn ist Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Siehe Amazon Einkommensteuer.
Was kostet ein später Start?
Wer Steuern zu spät zahlt, schuldet für jeden angefangenen Monat der Säumnis einen Säumniszuschlag von 1 Prozent des abgerundeten rückständigen Steuerbetrags (§ 240 AO). Bei verspäteter Abgabe einer Erklärung kann ein Verspätungszuschlag festgesetzt werden (§ 152 AO). Außerdem fehlen dir im Nachhinein Belege und Berichte. Je früher du anfängst, desto weniger musst du aufholen.
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- Du siehst die Summen für Deutschland und die EU-Länder (OSS) und bekommst daraus deine Voranmeldung und deine OSS-Meldung.
- Im selben Konto erstellst du EÜR, Gewerbesteuer- und Einkommensteuererklärung.
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Häufige Fragen
Brauche ich als Amazon-Verkäufer ein Gewerbe? Wer regelmäßig verkauft, um Gewinn zu erzielen, betreibt einen Gewerbebetrieb. Die Anzeige regelt § 14 GewO.
Wer vergibt die USt-IdNr? Das Bundeszentralamt für Steuern, auf Antrag (§ 27a UStG). Wie, steht in Schritt 2.
Muss ich OSS nutzen? Nein, OSS ist freiwillig. Überschreiten deine Verkäufe an Privatkunden in anderen EU-Ländern im Vorjahr oder im laufenden Jahr insgesamt 10.000 Euro, schuldest du die Steuer des Ziellandes; mit OSS erklärst du sie an einer Stelle beim BZSt. Wer teilnimmt, gibt jedes Quartal die OSS-Meldung ab (§ 18j Abs. 4 UStG).
Wann ist die erste Voranmeldung fällig? Bis zum zehnten Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums (§ 18 Abs. 1 UStG).
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